Bauforschung

Bauforscher der Kantonalen Denkmalpflege im Dachwerk der St. Alban-Kirche.

Wir erforschen und dokumentieren historisch bedeutsame Bauten unmittelbar am Bestand. Dadurch können wir ihre Entstehung, baulichen Veränderungen und konstruktiven Eigenheiten klären. Unsere Erkenntnisse liefern die Grundlagen für einen denkmalgerechten Umgang mit den Gebäuden. Gleichzeitig nutzen wir das Bauwerk als historische Quelle und vermehren so das Wissen zur Architektur- und Stadtgeschichte Basels.

Warum wir forschen

Die Bauforschung legt alte Mauerstrukturen frei, die etwa hinter einem Täfer vorborgen sind.

Die Bauforschung der Denkmalpflege folgt dem gesetzlichen Auftrag, die historischen Bauten im Kanton zu erforschen und zu dokumentieren. Unsere Untersuchungsobjekte sind Profan- und Sakralbauten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Wir machen die verborgenen Strukturen eines Gebäudes sichtbar. Wir klären die Bauentwicklung, die historische Nutzung, den Baubestand und die architekturgeschichtliche Wertigkeit. Damit erstellen wir Grundlagen für den Planungsprozess. Denn detaillierte Kenntnisse eines Gebäudes verhindern bautechnische Fehler und denkmalschädigende Eingriffe. Die Ergebnisse der Bauforschung dienen Hauseigentümern, Planern und Handwerkern. Und jede unserer Bauuntersuchungen vermehrt das Wissen zur Architektur- und Stadtgeschichte Basels.

Hinter dem Putz verbirgt sich oft ein Mauerwerk, das Aufschlüsse zur Baugeschichte eines Gebäudes gibt.

Wir untersuchen

Bernard Jaggi, langjähriger Leiter der Bauforschung, bei der Arbeit auf der Baustelle der St. Alban-Kirche.
Bernard Jaggi, langjähriger Leiter der Bauforschung, bei der Arbeit auf der Baustelle der St. Alban-Kirche.

Die Untersuchung eines Objekts beginnt mit einer ersten Besichtigung und einer Archivrecherche. Die Untersuchung vor Ort wird in Absprache mit Eigentümern, Planern und Bauleitung durchgeführt. Der Umfang richtet sich nach dem Ausmass der geplanten Eingriffe. Die Bauuntersuchung am Objekt legt verborgene Strukturen frei. Wenn der historische Bestand hinter modernen Verkleidungen verborgen ist, öffnen wir Untersuchungsfenster in Böden, Wänden und Decken. Naturwissenschaftliche Verfahren wie dendrochronologische Altersbestimmung ergänzen die Untersuchung.

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Wir dokumentieren

Alle bauhistorisch relevanten Fakten werden nach wissenschaftlichen Kriterien detailliert und systematisch gesammelt. Ein raumweise abgefasster Katalog fasst alle Beschriebe, Fotos, Plänen und Detailzeichnungen zusammen. Er kann direkt vor Ort auf der Baustelle genutzt werden.

Aufmassarbeiten durch die Bauforschung an der Fassade der St. Alban-Kirche.
Dokumentation der festgestellten Bauphasen in einem historischen Innenraum.

Wir interpretieren und werten

Die Dokumentation aller relevanten Fakten bildet die Grundlage für eine nachvollziehbare Interpretation der Baubefunde. So klären wir die Fragen, wie das Bauwerk entstand, wie es sich im Laufe der Zeit verändert hat und was an historischen Bauteilen noch vorhanden ist. Und wir klären in Absprache mit den Kollegen und Kolleginnen der Kantonalen Denkmalpflege die historische Wertigkeit der Bauten und Bauteile.

Die intensive Untersuchung, Dokumentation und Auswertung der Bauforschung erbringen die bauhistorischen Grundlagen für Planung und Geschichtsforschung.

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Beispiele aus unserer Arbeit